Holz und Wald

CHRISTIANE WEIDNER  Fotografie 

 

Holz hat etwas mit Wald zu tun

 

 

Historische Nutzungen von Wäldern sind vielfältig. Holz wurde schon seit der Altsteinzeit von Menschen zur Energiegewinnung, als Wurfgegenstand, Werkzeug­ und als Baumaterial genutzt. Wahrscheinlich aber viel länger, da auch andere Primaten Holz zum Nestbau, zum Werfen und zum Stochern einsetzen und die Früchte nutzen. Hinweise auf diese frühe Entwicklung findet man noch in vielen Ortsbezeichnungen. Zum Beispiel bedeutet der Name des Ortes Apelern (heute Schaumburg-Lippe, Niedersachsen, früher Bukkigau) etwa "bei den Apfelbäumen".  Das Wort "Bukki" bezeichnet eine Buche.

 

Funde aus der mittleren und jüngeren Steinzeit sowie bronzezeitliche Hügelgräber weisen auf eine Besiedelung dieser Gegend. Eine der ältesten (bekannten) Waffen der Menschheit fand man in einem heutigen Braunkohletagebau in Niedersachsen: Es ist ein Speer, um die 300 000 Jahre alt und wohl für die Wildschweinjagd bestimmt.


Um Holz in ausreichender Menge zur Verfügung zu haben, sind unsere Wälder im Laufe der Jahrhunderte mehr und mehr auf Nutzholz umgestellt worden, echte Wildnis ist dagegen nur noch in wenigen Urwäldern zu finden. Die Wendezeit für das Baumaterial Holz kam erst, als die traditionelle Holzbauweise von Steinbauten bei Kirchen und großen Gebäuden abgelöst wurde. Trotzdem existieren heute kaum ursprüngliche Wälder, da die meisten Flächen inzwischen bewirtschaftet werden und Holz begehrter Rohstoff bleibt. Wälder sind aber behutsam zu behandeln, denn nur ein Wald mit Vielfalt und biologischem Gleichgewicht ist widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse. Ein Wald könnte sich selbst helfen - so man ihn denn wachsen ließe ...



 

Kaminholz Algarve 1998
Kaminholz Algarve1998


Von der zur Zeit stattfindenden Erderwärmung sind vor allem Kiefern, Lärchen und Fichten betroffen. Dürreperioden machen sie zusätzlich anfällig für den Borkenkäfer. Etwa die Hälfte des deutschen Waldes besteht aus Kiefern und Fichten. Die Fichten wurzeln sehr flach und können sich in Trockenperioden nicht mit genug Wasser versorgen. Intensiv bewirtschafteter Waldboden verdichtet sich und nimmt nicht mehr genug Wasser auf. Förster warnen seit vielen Jahren vor den Folgen. Inzwischen bezeichnen Ökologen diesen Zustand als irreparabel - dies gilt nach ihren Schätzungen 2019 etwa für die Hälfte des Waldbodens.

 

"Sag mir, wo die Wälder sind, was ist geschehen? Wann wird man je verstehen?" titelt die Berliner Tageszeitung taz am 16.4.2019, am 6.8.: "Totes Holz. Im zweiten Dürresommer in Folge sterben die deutschen Wälder. Lärchen, Buchen und Eichen vertrocknen - das Ökosystem Wald kann nicht mehr. Und selbst die Förster sind hilflos", und am 27.8.: "Brände am Amazonas, Brandreden auf Twitter". Ende August brennen die Regenwälder, die vor allem an den Rändern von Schutzgebieten der Ureinwohner Brasiliens ausgebrochen sind ....  so entsteht auch hier auf Kosten des Waldes weiter der begehrte Rohstoff "Land" für die Wirtschaft.

 

Die Aufnahmen zum Thema Holz entstanden in den letzten dreißig Jahren u.a. beim Holzeinschlag Tegeler Forst, an der Havel, auf der Potsdamer Freundschaftsinsel, an den Ufern von Starnberger See und Walchensee, rund um das Steinhunder Meer, an der Algarve, Holz an, auf und in Häusern, Kirchen und Gärten ... wo es eben Holz gibt.


2019 gemeinsame Ausstellung mit dem Fotografen Wolfram Klein zum Thema "Holz" in Berlin-Steglitz (Victor-Gollancz-VHS)


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